Alles Lebendige, jedes Gefühl drückt sich zunächst in Bewegung aus.
Ein kleines Kind freut sich noch mit dem ganzen Körper. Seine Gefühle sind noch unverhüllt aus Mimik, Haltung und Bewegung abzulesen. Im Laufe der Entwicklung lernt es jedoch, sich zusammenzunehmen und seine Gefühle weniger deutlich zu zeigen.
Das ständige bewusste Zurücknehmen führt langfristig zu typischen Verspannungen. So entwickelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens seinen ganz speziellen "Charakterpanzer" der eine gewisse Schutzfunktion ausübt, die den Energiefluss hemmt und ihn als angestaute Energie im Körper speichert.
Damit uns unsere Lebenskraft und Lebensfreude wieder voll zur Verfügung steht, sollten wir uns die Zusammenhänge zwischen unseren "Bewegungsmustern" und unserer inneren Einstellung bewusst machen.
Wenn Gefühle zurückgehalten oder nicht wirksam ausgedrückt werden, "bleiben sie im Körper stecken" und führen zu starren Haltungen und Einstellungen.
Wenn Menschen sich verändern und ihr Leben auf neue Weise gestalten wollen, brauchen sie deswegen auch oft eine Neuausrichtung ihres Umgangs mit ihrem Körper. Erst wenn auch der Körper fühlt, was der Geist versteht, vollzieht sich der nächste Entwicklungsschritt.
Bewegung als Mittel zur persönlichen Veränderung.
Mangelndes körperliches Erleben nimmt indirekt Einfluss auf unser Gefühlsleben.
Wir Menschen bestehen aus ca. 70 % Wasser - und eigentlich weiß jeder, wie "stehendes Wasser" sich verändert: Es wird faulig und beginnt zu stinken.
Wir müssen also zusehen, dass wir körperlich nicht verkümmern und uns überlegen, wie wir dem heute so verbreiteten "Bewegungsmangel" (auf verschiedenen Ebenen) ausgleichen können.
Bewegung kann als wirkungsvolles Instrument zur Steigerung der Lebenskraft und Lebensfreude eingesetzt werden.
Daher ist es wichtig, Bewegung in verschiedenen Ebenen zu unterscheiden.
1. Ebene:
Leibliche Bewegung zur Regulierung von Spannung und Entspannung, Verbesserung der Körperhaltung, Schmerzlinderung, Aufbau von Spannkraft und Kondition.
2. Ebene:
Psychische Bewegung zur Bewusstwerdung von Gewohnheiten und Entdeckung von neuen Denk-, Erlebnis- und Verhaltensweisen, Wiederbelebung positiver Erinnerungen, positive Umstimmung, Förderung der Kreativität, Nutzung vorhandener Fähigkeiten.
3. Ebene:
Soziale, zwischenmenschliche Bewegung zur Auflösung von Konflikten, erstarrte Haltungen auflösen, Belebung unterdrückter Gefühle (Aufeinander zu gehen, Zusammenstoßen, Auseinandersetzen, Zusammengehen, Auseinandergehen ...)
Isadora Duncan, eine berühmte Tänzerin:
"... der Körper ... ist nur das harmonische und geeignete Werkzeug, dessen Bewegung nicht bloß, wie beim Turnen, die Bewegung des Körpers, sondern auch die Regungen, die Gedanken und Gefühle einer Seele ausdrücken."